Anerkennung der BVD-Freiheit

Anerkennung der BVD-Freiheit

Bovine Virus Diarrhoe (BVD) – Anerkennung
der BVD-Freiheit für alle Regionen in Hessen

Mit der Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2021/620 am 14. Juli 2022 wurde
das gesamte Landesgebiet in Hessen von der EU-Kommission als BVD-frei anerkannt.
Damit können Rinder, Bisons und Büffel unter erleichterten Bedingungen in
Regionen/Mitgliedstaaten, die frei von BVD sind, verbracht werden. Bezüglich BVD sind
folgende Regelungen zu beachten:

1. Untersuchungsverfahren
Hessen hält derzeit an der Untersuchung der neugeborenen Kälber mittels
Ohrstanzproben fest. Seit dem 21.04.2021 müssen die Proben aber, wie im EU-Recht
vorgegeben, spätestens bis zum 20. Lebenstag entnommen werden. Die Proben
müssen zeitnah zur Untersuchung in das Hessische Landeslabor eingesendet werden.
Fehlende Untersuchungsergebnisse führen zu einer Aussetzung oder zur Aberkennung
des Betriebsstatus als „frei von BVD“ in der HI-Tier-Datenbank. Damit entfallen für diese
Betriebe die Erleichterungen beim Handel mit Rindern. Der Betriebsstatus des
Herkunftsbestands ist für den Käufer eines Rindes in der HI-Tier-Datenbank sichtbar.

2. Voraussetzungen, unter denen Rinder in Betriebe in Hessen eingestellt werden dürfen
• Das Rind stammt aus einem BVD-freien Betrieb, der in einem BVD-freien
Mitgliedstaat oder einer BVD-freien Zone liegt.
• Das Rind stammt aus einem BVD-freien Betrieb, in dem innerhalb der letzten 4
Monate eine serologische Bestandsuntersuchung mit negativem Ergebnis
durchgeführt wurde.
• Das Rind stammt aus einem BVD-freien Betrieb und wurde unter Berücksichtigung
eines eventuellen Trächtigkeitsstadiums und der bisherigen Tests vor der
Verbringung individuell getestet.
• Das Rind stammt nicht aus einem BVD-freien Betrieb, wurde negativ auf BVDVirus oder -Genom getestet und vor der Versendung mind. 21 Tage in Quarantäne
gehalten. Im Falle einer Trächtigkeit wurde das Rind zusätzlich nach 21 Tagen
Quarantäne negativ auf BVD-Antikörper getestet.
• Das Rind stammt nicht aus einem BVD-freien Betrieb, wurde negativ auf BVDVirus oder -Genom getestet und vor der Versendung positiv auf BVD-Antikörper
getestet. Im Falle einer Trächtigkeit wurde die Untersuchung auf BVD-Antikörper
mit positivem Ergebnis vor der Besamung durchgeführt.
Für Tiere der Arten Bison, Bos und Bubalus (z.B. amerikanischer Bison, Wisent,
alle Rinderarten, Yak, Wasserbüffel), müssen im Falle von Verbringungen aus nicht
BVD-freien Mitgliedstaaten zusätzliche Garantien bezüglich BVD erfüllt werden.

3. Ausnahmen von der Untersuchungspflicht für Betriebe mit dem Status „frei von BVD“

Von der Untersuchungspflicht ausgenommen werden können z.B. Wanderzirkusse und
Sammelstellen. Ebenso können Zoos und vergleichbare Einrichtungen ausgenommen
werden, wenn sie zum Zweck der Verbringung von der zuständigen Behörde zugelassen
sind.
Ausgenommen von der Untersuchungspflicht sind reine Mastbetriebe, wenn keine
Rinderzucht angeschlossen ist, die Rinder nur zur Schlachtung an Schlachtbetriebe
abgegeben werden und die in den Mastbetrieb eingestellten Rinder die unter Nummer 2
aufgeführten Bedingungen erfüllen. Auch Rinder, die aus anderen Mitgliedstaaten
stammen, müssen diese Bedingungen erfüllen.

4. BVD-freie Betriebe
Mit Einführung des EU-Tiergesundheitsrechts zum 21. April 2021 wurde der
Betriebsstatus „frei von BVD“ eingeführt.
Ein Gebiet wird als „frei von BVD“ anerkannt, wenn 99,8% der Betriebe den Status „frei
von BVD“ haben. Für die Aufrechterhaltung des Status „frei von BVD“ ist die ständige
Statusüberwachung der Betriebe durch den Tierhalter und die Veterinärbehörden von
zentraler Bedeutung.
Die Bedingungen für das Erreichen und den Erhalt des Betriebsstatus „frei von BVD“ sind:
• mind. seit 18 Monaten kein BVD-Fall im Bestand
• fristgerechte Untersuchung aller nachgeborenen Kälber
• alle in den Bestand eingestellten Rinder sind, wie unter Nummer 2 beschrieben,
BVD-frei. Dies gilt auch für Rinder aus anderen EU-Mitgliedstaaten
• Zuchtmaterial (z.B. Sperma, Embryonen) darf nur aus zugelassenen und BVDfreien Betrieben stammen.
• Keine Impfung gegen BVD im Bestand
• BVD-freie Betriebe, die in BVD-freien Gebieten liegen dürfen keine gegen BVD
geimpften Rinder einstelle