Allgemein

Allgemein

Die Hessische Tierseuchenkasse und das Land Hessen fördern einen Tiergesundheitsdienst nach den vorliegenden Rahmenbedingungen. Dieser wirkt mit bei Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen Tierseuchen, seuchenartige Erkrankungen und anderen Tierkrankheiten. Weiterhin dient er der Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere sowie dem Verbraucherschutz.

Der Verwaltungsrat der Hessischen Tierseuchenkasse bestimmt im Einvernehmen mit dem Land Hessen, für welche Tierarten der Tiergesundheitsdienst eingerichtet und unterhalten wird. Ebenso werden die Zuständigkeitsbereiche der Einrichtungen des Tiergesundheitsdienstes festgelegt.

Derzeit ist ein Tiergesundheitsdienst für die Tierarten


vorhanden. Der Tiergesundheitsdienst wird zurzeit von Einrichtungen des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor sowie der Justus-Liebig-Universität in Gießen durchgeführt.

Tiergesundheitsdienst Rinder

Klinischer Kälber- und Rindergesundheitsdienst

Klinik für Wiederkäuer
-Innere Medizin und Chirurgie-
der Justus-Liebig-Universität
Herr Prof. Dr. Klaus Doll
Frankfurter Str. 110
35392 Gießen
Telefon: 0641/99-38671 oder 99-38681
Fax: 0641/99-38679
E-Mail: Klaus.Doll@vetmed.uni-giessen.de
Zuständig für: Hessen

Eutergesundheitsdienst

Landesbetrieb Hessisches Landeslabor
Herr Dr. Michael Zschöck
Schubertstr. 60, Haus 13
35392 Gießen
Telefon:0641/4800-5254
Fax:0641/3006-5268
E-Mail: Michael.Zschoeck@lhl.hessen.de

Zuchthygienischer Konsultationsdienst

Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- u. Kleintiere mit Tierärztl. Ambulanz der Justus-Liebig-Universität
Herr Prof. Dr. Axel Wehrend
Frankfurter Str. 106
35392 Gießen
Telefon: 0641/99-38700 oder 99-38701
Fax: 0641/99-38709
E-Mail: Axel.Wehrend@vetmed.uni-giessen.de
Zuständig für: Süd- / Mittelhessen
Landesbetrieb Hessisches Landeslabor
Frau Dr. Mirjam Rohde
Druseltalstr. 67
34131 Kassel
Telefon: 0561/3101-180
Fax: 0561/3101-285
E-Mail: Mirjam.Rohde@lhl.hessen.de
Zuständig für: Nordhessen

Tiergesundheitsdienst Schweine

Professur für Schweinekrankheiten der Justus-Liebig-Universität
Herr Prof. Dr. Dr. habil. Gerald Reiner
Frankfurter Str. 112
35392 Gießen
Telefon: 0641/99-38821 oder 28414
Fax: 0641/201854
E-Mail: Gerald.Reiner@vetmed.uni-giessen.de
Zuständig für: Mittelhessen u. Wetterau
Landesbetrieb Hessisches Landeslabor
Herr Dr. Tobias Eisenberg
Schubertstr. 60, Haus 13
35392 Gießen
Telefon: 0641/4800-5219
Fax:0641/4800-5900
E-Mail: Tobias.Eisenberg@lhl.hessen.de
Zuständig für: Nordhessen
Landesbetrieb Hessisches Landeslabor
Frau Dr. Renate Volmer
Schubertstr. 60, Haus 13
35392 Gießen
Telefon: 0641/4800-5257
Fax:0641/4800-5268
E-Mail: Renate.Volmer@lhl.hessen.de
Zuständig für: Südhessen u. LM-Weilburg

Tiergesundheitsdienst Schafe und Ziegen

Landesbetrieb Hessisches Landeslabor
Frau Dr. Renate Volmer
Schubertstr. 60, Haus 13
35392 Gießen
Telefon: 0641/4800-5257
Fax:0641/4800-5268
E-Mail: Renate.Volmer@lhl.hessen.de
Zuständig für: Südhessen u. LM-Weilburg
Landesbetrieb Hessisches Landeslabor
Frau Dr. Mirjam Rohde
Druseltalstr. 67
34131 Kassel
Telefon: 0561/3101-180
Fax: 0561/3101-180
E-Mail: Mirjam.Rohde@lhl.hessen.de Zuständig für: Nordhessen

Tiergesundheitsdienst Geflügel

Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische
Frau Franca Möller Palau-Ribes
Frankfurter Straße 91
35392 Gießen
Telefon:0641/9938434
Fax:0641/38439
E-Mail: Franca.Moeller@vetmed.uni-giessen.de
Inanspruchnahme

Inanspruchnahme

Für die Anforderung des Tiergesundheitsdienstes ist ein schriftlicher Antrag erforderlich. Der Antrag enthält auch eine Verpflichtungserklärung, mit der der Tierhalter einige Auflagen als verbindlich anerkennt. Dieser muss vom Tierhalter und vom Hoftierarzt unterschrieben werden. Der Antrag ist über die Hessische Tierseuchenkasse einzureichen. Von der Tierseuchenkasse werden die Anträge an die zuständigen Einrichtungen weiter geleitet.

Kostentragung

Kostentragung

Die Leistungen des Tiergesundheitsdienstes sind kostenpflichtig. Die Kosten werden vom Auftraggeber - also dem Tierhalter - getragen. Die Höhe der Kosten richtet sich nach einer gesonderten Beitragsliste. Tierhalter im Land Hessen, die ihre Melde- und Beitragspflicht gegenüber der HTSK ordnungsgemäß erfüllt haben, erhalten 4/5 der Kosten erstattet. Diesen Kostenanteil teilen sich die HTSK und das Land Hessen.
Den auf den Tierhalter entfallenden Kostenanteil in Höhe von 1/5 des Gesamtbetrages sowie den Betrag, der 1.500,00 Euro im Jahr übersteigt, muss der HTSK - nach Anforderung – vom Tierhalter erstattet werden.

Eine Kostenbeteiligung des Landes Hessen und der HTSK ist nur bei Bestandserkrankungen und unter Beteiligung des Hoftierarztes möglich. Sollten Untersuchungen veranlasst werden, die nicht die geforderten Merkmale erfüllen, handelt sich nicht um Leistungen des Tiergesundheitsdienstes, die finanziell unterstützt werden. Diese Untersuchungen sind von den Tierhaltern selbst zu tragen.

Ein Teil der Leistungen der Tiergesundheitsdienste wird als De-minimis-Zahlung abgerechnet. Durch die VO (EU) Nr. 702/2014 ist es der Hessischen Tierseuchenkasse nur noch möglich, Leistungen in Form von Beihilfen für die Tiergesundheitsdienste zu gewähren, wenn sie der Bekämpfung von bestimmten Tierseuchen dienen, die bei der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) oder in der VO (EU) Nr. 652/2014 der Europäischen Union aufgeführt sind. Dies betrifft auch den Kostenanteil des Landes. Um auch in Zukunft möglichst alle Leistungen des TGD in der gewohnten Form abzuwickeln, müssen Untersuchungen für nicht gelistete Tierkrankheiten über die De-minimis-Beihilfen im Agrarsektor nach VO (EU) Nr. 1408/2013 abgerechnet werden. Die Gewährung von De-minimis-Beihilfen ist derzeit die einzige Möglichkeit, Untersuchungsleistungen für nicht gelistete Tierkrankheiten zu gewähren.

Gesundheitsmonitoring - Schweine

Gesundheitsmonitoring - Schweine

Der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) und die Klinik für Schweine am Fachbereich Veterinärmedizin in Gießen bieten ab sofort ein zentrales Monitoring und Surveillance Programm für Schweinebetriebe im Sinne einer effizienten Seuchenprophylaxe sowie zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in Schweinebetrieben an. Gefördert wird dieses Programm durch die Hessische Tierseuchenkasse und das Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die Teilnahme steht allen Schweinehaltenden Betrieben Hessens offen.

Die Teilnahme am Monitoring-Programm wird vom Betriebsleiter unter Absprache mit dem betreuenden Tierarzt beantragt. Sie kann frühestens nach einem Jahr von jeder Partei aufgekündigt werden.

Das Programm setzt sich aus zwei Betriebsbesuchen pro Jahr mit entsprechender Probennahme zusammen. Die Betriebsbesuche erfolgen in Absprache mit Betriebsleiter und Betreuungstierarzt im Abstand von etwa 6 Monaten.

Bestandsbesuche werden von Mitarbeiter(inne)n des LHL oder der Klinik für Schweine durchgeführt. Auch eine begrenzte Anzahl von Studierenden der Veterinärmedizin wird beteiligt. Mitarbeiter und Studenten sind schriftlich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Bei jedem Bestandsbesuch werden von 11 Sauen und 12 Flatdeckferkeln (die schwerste Gruppe) Blutproben entnommen, zusätzlich 12 Kotproben von Flatdeckferkeln.

Die Proben werden wie folgt untersucht:

a)AK, KSP und ASP (Sauen, Blut, Antikörper, [ELISA])
b)Salmonella sp. (Flatdeck, Blut, Antikörper [ELISA])
c)PRRSV (Flatdeck, Blut, Antikörper [ELISA] plus Virusgenomnachweis [3 gepoolte Proben PCR])
d)A. pleuropneumoniae (Sauen, Blut, Antikörper [ELISA]; bei positivem Befund: Serotypisierung einer Probe)
e)Dysenterie/Spirochatendiarrhoe/Lawsonien (Flatdeck, Kot, Erregergenomnachweis [3 gepoolte Proben, PCR])

Die Höhe der Probenzahlen wurde so konzipiert, dass bei einer typischen Herdengröße und einer angenommenen Infektionsprävalenz von 13 % (11 Proben) bis 14 % (12 Proben), infizierte Ferkel mit einer Sicherheit von 80 % erkannt werden können. Im Gegensatz zur Empfehlung der deutschen Hochschullehrer (Deutsches Tierärzteblatt 10/2011), die von einer Infektionsprävalenz von 10 % ausgeht, haben wir mit 13-14 % eine geringgradig höhere Infektionsprävalenz je Einzeluntersuchung gewählt. Pro Jahr werden dabei Infektionen mit einer Prävalenz von 6,5 bis 7 % erfasst (22-24 Tiere).

Die Laboruntersuchung der Proben erfolgt fast ausschließlich in den beiden durchführenden Institutionen (Klinik für Schweine am Fachbereich Veterinärmedizin in Gießen und LHL).

Durch die regelmäßige Teilnahme an vorgenanntem Monitoringprogramm erhält der Betrieb eine Zertifizierung:

ZERTIFIZIERT WIRD DIE UNVERDÄCHTIGKEIT DES BESTANDES IM BEPROBTEN ZEITRAUM AUF DER BASIS DES OBEN GENANNTEN BEPROBUNGSSCHEMAS.

Der Salmonellen-Status wird jeweils rückwirkend für 6 Monate zertifiziert (als Prozentwert der untersuchten Tiere).

Beim Auftreten positiver (z.B. A. pleuropneumoniae, PRRSV) bzw. gehäuft positiver Proben (Salmonellen), sollen in Zusammenarbeit mit dem betreuenden Tierarzt, unabhängig vom Zertifizierungsprogramm, klinische und epidemiologische Untersuchungen zur Aufklärung und Abstellung der Eintragsquelle erfolgen. Danach kann ein neues Beprobungsintervall zur erneuten Zertifizierung nach frühestens 6 Monaten beginnen.

Das Monitoring Programm wird im Sinne einer echten Vorsorgeuntersuchung, die Früherkennung von Krankheiten und Seuchen fördern und damit langfristig einen entscheidenden Beitrag zur Minimierung von Kosten durch Tierseuchen, von Schmerzen, Leiden und Schäden sowie des Antibiotikaeinsatzes auf den Betrieben leisten. Hieraus ergibt sich ein allgemeines Interesse für das Hessische Gesundheits-Monitoring beim Schwein.

Das Programm ersetzt nicht die Maßnahmen des betreuenden Hoftierarztes. Das Programm sieht auch keine vollständige Herdenuntersuchung vor. Es liefert lediglich Zusatzinformationen hinsichtlich der Unverdächtigkeit der Herde bezüglich der unten genannten Erreger, die dem Betriebsleiter und dem Bestandstierarzt für das weitere Herdenmanagement umgehend zur Verfügung gestellt werden.

Die Gesamtkosten für die Durchführung des Programms betragen jährlich 1.190,00 € inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Die Beihilfe in Höhe von 600,00 € übernehmen die Hessische Tierseuchenkasse und das Land Hessen in Form einer De-minimis-Beihilfe.

Schweinehaltende Betriebe, die an diesem Programm teilnehmen möchten, können den erforderlichen Antrag bei der Hessischen Tierseuchenkasse stellen. Den entsprechenden Vordruck finden sie auf der Internetseite der Hessischen Tierseuchenkasse.